Auf Schloss Ambras in Innsbruck (Österreich) ist zurzeit eine Ausstellung zu besichtigen, in der auch das Bildnis von Pedro Gonzalez, dem kanarischen Haarmenschen, gezeigt wird. Vom 20. Juni bis 6. Oktober 2024.
„Schauen erlaubt?“ heißt die Sonderausstellung mit dem Untertitel „Vielfalt Mensch vom 16. bis 18. Jahrhundert“, die – so die Macherinnen – „Diversität in der Vergangenheit mit dem Blick von heute“ betrachtet. Weiterführende Informationen auf der Webseite: https://www.schlossambras-innsbruck.at/ausstellungen/schauen-erlaubt
Krüppel, Neger, Riesen, Zwerge, Haarmenschen – im 16. Jahrhundert wurden Menschen, die durch ihr Anderssein die Neugier ihrer Mitmenschen erweckten, mitunter in Kuriositätenkabinetten ausgestellt, so in der Kunst- und Wunderkammer von Erzherzog Ferdinand II, dessen Sammlung hier im Zentrum der Betrachtung steht.
Der Klappentext zum Ausstellungskatalog:
„Diversität hat es immer schon gegeben, auch im 16. Jahrhundert. Als der Mensch in der Renaissance zunehmend in den Mittelpunkt rückte, war nicht nur sein Ideal von Interesse, sondern auch seine unerschöpfliche Vielfalt. Der Katalog zur Ausstellung „Schauen erlaubt? Vielfalt Mensch vom 16. bis 18. Jahrhundert“ betrachtet Diversität in der Vergangenheit mit dem Blick von heute. Im Zuge von Statements, sechs Essays und über 70 Katalogeinträgen widmen sich Expert:innen der Darstellung von Individuen abseits der gesellschaftlichen Norm im Spannungsfeld von Selbstermächtigung, Akzeptanz und Diskriminierung. Die Publikation liefert dabei wertvolle Erkenntnisse für höchst relevante gesellschaftskritische Diskussionen um Anderssein.“
Wie es dazu kam, dass Porträts von „Don Pedro“, dem Haarmenschen von Teneriffa (geboren 1537!) und seiner Kinder in der Kunstkammer von Ferdinand II gelandet sind, kann man vorzüglich nachlesen in dem Buch von Roberto Zapperi: „Der wilde Mann von Teneriffa, die wundersame Geschichte des Pedro Gonzalez und seiner Familie“ (Zech Verlag 2023, ISBN 978-84-942578-9-6).
