{"id":8800,"date":"2009-09-15T15:12:21","date_gmt":"2009-09-15T15:12:21","guid":{"rendered":"https:\/\/editorial-zech.es\/unter-dem-drachenbaum-legenden-von-den-kanarischen-inseln\/"},"modified":"2021-05-10T19:43:58","modified_gmt":"2021-05-10T19:43:58","slug":"unter-dem-drachenbaum-legenden-von-den-kanarischen-inseln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/editorial-zech.es\/de\/unter-dem-drachenbaum-legenden-von-den-kanarischen-inseln\/","title":{"rendered":"Unter dem Drachenbaum, Legenden von den Kanarischen Inseln"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-8622 alignleft\" src=\"https:\/\/editorial-zech.es\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/buch-unter-dem-drachenbaum-2009.jpg\" alt=\"\" width=\"187\" height=\"297\" \/><em>Unter dem Drachenbaum<\/em> ist eine Sammlung von Sagen und Legenden, die Horst Uden (geb. 1898 in Brieg\/Schlesien, gest. 1973 in M\u00e1laga\/Spanien) in den 1930-er Jahren auf s\u00e4mtlichen Kanaren-Inseln aufgezeichnet hat. Uden schildert M\u00e4rchen und Mythen, Piratenabenteuer, Liebesgeschichten, Volksweisheiten und Anekdoten.<\/p>\n<p>Viele Deutsche auf den Kanaren kennen den historischen Roman <em>Der K\u00f6nig von Taoro<\/em> von Horst Uden, der sich laut Angaben des Verlags vom Bestseller zum Longseller entwickelt hat. &#8222;Unsere treuen Leser werden sich f\u00fcr den neuen Uden-Titel <em>Unter dem Drachenbaum<\/em> ebenso begeistern wie f\u00fcr seinen Roman&#8220;, glaubt Verlegerin Verena Zech.<\/p>\n<p>&#8222;Das muss man sich bildlich vorstellen&#8220;, rekonstruiert Verena Zech die Lebens- und Schaffensgeschichte ihres Autors, &#8222;der Weltreisende Horst Uden besuchte in den 30-er Jahren die Kanaren zu Fu\u00df oder per Esel. Er engagierte Reisef\u00fchrer, die ihn und seine Frau Charlotte \u00fcber die Insel f\u00fchrten und die ihnen Geschichten aus Erster Hand erz\u00e4hlten, zumal Uden, schon damals ans\u00e4ssig in M\u00e1laga, perfekt Spanisch sprach. Uden war ein genialer Beobachter und Erz\u00e4hler. Das Sch\u00f6ne ist, dass er seine Quellen nicht nur offen legt, sondern in den Erz\u00e4hlprozess unmittelbar einbezieht. Damit gewinnt er an Authentizit\u00e4t und an Glaubw\u00fcrdigkeit.&#8220;<\/p>\n<p>Als Beispiel soll folgender Auszug dienen: eine Szene auf Fuerteventura, in der Horst und Charlotte einen Esel mieten wollen, sie aber von einem konkurrierenden Kamel-Anbieter beschwatzt werden, der am Ende das Gesch\u00e4ft macht:<\/p>\n<p>&gt;&gt;(Auszug aus dem Buch, S. 159ff)<\/p>\n<p><em>KRAWALL IN LA ANTIGUA<\/em><\/p>\n<p><em>Ein Segler hatte uns nach Puerto de Cabras gebracht. Da standen wir nun am morgendlichen Hafen, meine Frau und ich, und \u00fcberlegten, wie wir am besten nach La Antigua k\u00e4men, das auf langgestreckter Hochebene inmitten der Insel Fuerteventura liegt.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00bbNat\u00fcrlich reiten\u00ab, meinte Lotte, \u00bbein paar Maultiere werden wir bald auftreiben.\u00ab<\/em><\/p>\n<p><em>Da kam auch schon ein Mann auf einem kleinen, silbergrauen Eselchen herangesprengt. Kurz vor uns lie\u00df er sich herabgleiten, zog gr\u00fc\u00dfend den breitrandigen Sombrero und bot seine Dienste an. <\/em><\/p>\n<p><em>W\u00e4hrend Lotte den Esel kraulte, und ich mich mit seinem Besitzer \u00fcber den Weg, die Sehensw\u00fcrdigkeiten und nicht zuletzt den Preis unterhielt, bog um die Ecke ein braungebrannter Majorate, wie man die Bewohner dieses Teils der Insel nennt. Hinter sich her zog er an verrosteter Kette ein hochbeiniges Kamel, das ihm willig folgte.<\/em><\/p>\n<p><em>Neben dem Eseltreiber hielt er an und h\u00f6rte eine Weile schweigend unserem Gespr\u00e4ch zu. Dann sch\u00fcttelte er mi\u00dfbilligend den Kopf \u00fcber den Unverstand des \u00bbMisters\u00ab, der drauf und dran war, einen Esel zu mieten. <\/em><\/p>\n<p><em>\u00bbEuer Gnaden scheint noch nicht lange in diesem Lande zu sein\u00ab, meinte er mit leichtem Bedauern in der Stimme, \u00bbund daher den Unterschied zwischen einem Esel und einem Kamel nicht zu kennen. Und doch springt er sozusagen in die Augen. Ein Blick auf meine treue Mifalla gen\u00fcgt, um die letzten Bedenken zu verscheuchen. Es ist das beste Kamel, das es im ganzen Umkreis gibt, und das einzige, das einen englischen Reitsattel hat. Auf der linken Seite sitzt Euer Gnaden, auf der rechten die \u203aSe\u00f1orita\u2039. Ich selbst schwinge mich zwischen die H\u00f6cker. Und hier, der eiserne Ring ist zum Festhalten, wenn das Tierchen aufsteht und zu schaukeln beginnt. Es l\u00e4uft, ganz wie Euer Gnaden es w\u00fcnscht. Ich brauche ihm nur t\u00fcchtig eins mit dem Kn\u00fcppel \u00fcberzuziehen, und schon fegt es dahin wie der Sturmwind, wenn der Boden trocken ist. Ist er aber na\u00df, dann rutscht es aus und schl\u00e4gt hin. Rufe ich: \u203areee, reee!\u2039, dann geht es im Schritt. Schreie ich aber: \u203atuche!\u2039, dann kniet es nieder und wirft sich hin. Sobald Euer Gnaden im Sattel sitzt, erhebt es sich unter freudigem Br\u00fcllen, und die Reise kann beginnen. Dabei ist es so stark wie Samson, auch wenn es kleine M\u00e4useohren hat.<\/em><\/p>\n<p><em>Was ist dagegen so ein j\u00e4mmerlicher Esel!\u00ab fuhr er fort und deutete mitleidig auf das Grautier. \u00bbErstens braucht Euer Gnaden drei, zweitens schleift der Reiter seine F\u00fc\u00dfe auf dem Boden und st\u00f6\u00dft sich an den spitzen Feldsteinen. Dazu kommt das ewige Schreien des Treibers, denn ohne Schreien und Schl\u00e4ge l\u00e4uft er nicht. Auch mu\u00df man ihm dauernd mit dem spitzen Stecken in den Hintern sto\u00dfen, sonst bleibt er stehen. Vergi\u00dft Euer Gnaden aber, die Beine zu bewegen und ihn mit den Hacken am Bauch zu kitzeln, geht er keinen Schritt mehr weiter.\u00ab<\/em><\/p>\n<p><em>Der Majorate hatte mich \u00fcberzeugt. Wir mieteten das Kamel . . .<\/em><\/p>\n<p>&lt;&lt; (Ende Textauszug)<\/p>\n<p>So begleiten wir also Horst Uden auf seiner Kanaren-Reise in den 30-er Jahren, lange bevor \u00fcberhaupt jemand das Ph\u00e4nomen \u201eMassentourismus\u201c in den Mund nahm. Das Buch bietet nicht nur eine virtuelle Reise \u00fcber die Inseln, sondern auch eine Zeitreise durch die Jahrzehnte, nein, Jahrhunderte.<\/p>\n<p>Uden erz\u00e4hlt jeweils drei Geschichten von allen sieben Inseln, von Teneriffa sechs, au\u00dferdem \u201edie Ursage\u201c, angelehnt an die griechische Mythologie, und die Legende von der geheimnisvollen \u201everschwundenen\u201c Insel San Borond\u00f3n.<\/p>\n<p>Insgesamt 26 meisterhaft erz\u00e4hlte Geschichten, kanarische Sagen und Legenden.<br \/>\nTaschenbuch mit Umschlagklappen, ISBN 978-84-933108-2-0<\/p>\n<p>Ist im Sommer 2007 erschienen, seit April 2013 mit neuem Buchumschlag:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-9053\" src=\"https:\/\/editorial-zech.es\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/buch-unter-dem-drachenbaum-1.jpg\" alt=\"\" width=\"187\" height=\"292\" \/><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/editorial-zech.es\/de\/buecher-katalog\/unter-dem-drachenbaum\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><button class=\"btn btn-default\" type=\"button\">Buch jetzt kaufen<\/button><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter dem Drachenbaum ist eine Sammlung von Sagen und Legenden, die Horst Uden (geb. 1898 in Brieg\/Schlesien, gest. 1973 in M\u00e1laga\/Spanien) in den 1930-er Jahren auf s\u00e4mtlichen Kanaren-Inseln aufgezeichnet hat. 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